Milchschorf
- deu -
Contents |
Übersetzung(en)
| Sprache | Link |
|---|---|
| eng | infantile eczema |
Synonym(e)
endogener Milchschorf
Defintion(en)
- Milchschorf ist eine Form von atopischem Ekzem bei Kindern. Die Ursache ist unklar, aber es werden genetische, umweltbedingte und immunologische Faktoren vermutet.
Bemerkung(en)
- Milchschorf wird häufig, auch in Fachkreisen, mit Kopfgneis, crusta lactea, verwechselt. Da in manchen Sprachen die Übersetzung von Kopfgneis die wörtliche Übersetzung von Milchschorf ist, kann dieser falsche Freund zu Verwirrung führen.
In der deutschen Klassifikation nach ICD-10 werden beide Hauterkrankungen Milchschorf genannt, allerdings (zwingend) mit dem entsprechenden Adjektiv: endogener Milchschorf für Milchschorf und seborrhoischer Milchschorf für Kopfgneis.
Etymologie
In der deutschen Übersetzung aus dem Lateinischen des Werks Von dem Milchschorf der Kinder und einem specifiken Mittel darwider aus dem Jahre 1788 zeigt sich, dass crusta lactea mit Milchschorf übersetzt wurde (S. 28). Allerdings lässt sich aufgrund der Beschreibung des Krankheitsbildes auf den nachfolgenden Seiten darauf schließen, dass damit sowohl der seborrhoische als auch der endogene Milchschorf gemeint sind, was vermuten lässt, dass der Unterschied damals noch nicht bekannt war. Auch der Satz: „Zum Beispiel der unnütze Streit gleich im Anfange ihrer Schrift: ob crusta lactea, favus und tinea einerlei oder verschiedne Krankheiten sind ?“ (S. 29) lässt dieselbe Schlussfolgerung zu. Einmal ist auch die Rede von Grind (S. 35), wobei unklar ist, ob damit „Hautausschlag, der sich zu einer Kruste verhärtet“ (Duden Online) gemeint ist.
Es stellt sich daher die Frage, ob und wann es im Deutschen zu einer fachsprachlichen Bedeutungstrennung bzw. -verschiebung gekommen ist, die sich in anderen Sprachen nicht bzw. im deutschen Volksmund noch nicht ganz vollzogen hat (wie beispielsweise Bein für Knochen, ENG: bone, NLD: been).
Quelle(n)
- Penaten Deutschland
- Infectopharm
- Swissmom
- DIMDI
- Von dem Milchschorf der Kinder und einem specifiken Mittel darwider, Carl Strack, Weimar 1788
